Das Zurückziehen der Sinne und die Ausrichtung des Geistes führt in die Meditation

Nun sind wir endlich beim Kernstück des Yogas angekommen UND finden hier die wichtigste Technik für das Geistige Heilen: Das Zurückziehen der Sinne und die Ausrichtung des Geistes.

Da ich mich wirklich nicht als „Meisterin“ des Yogas sehe, sondern nur als unendlich begeistert Yoga Übende, möchte und kann ich mich gar nicht ins Detail vergraben. Was hilft auch ein Detailwissen, wenn man dann das große Ganze dabei übersieht… (ein klitzekleiner Seitenhieb an die aktuelle hochspezialisierte Schulmedizin…!

Die Yamas (Regeln mit unserem Umfeld), Niyamas (Regeln mit uns selbst), Asanas (den Körperhaltungen) und Pranayama (das Lenken von Lebensenergie in unserem Körper-Geist-Seele-System) schaffen die Grundlage für das wichtigste Element im Yoga: die Meditation.

Doch bevor einem die Meditation geschenkt wird – ja die wird einem geschenkt, so wie der nächtliche Schlaf! – gibt es noch zwei weitere Stufen auf dem Weg, um die es in diesem Blogartikel geht.

Die jeweiligen Definitionen stammt wieder aus dem Buch Über Freiheit und Meditation, Das Yoga Sutra des Patanjali von T.K.V. Desikachar aus dem Vianova Verlag und sind kursiv geschrieben:

PRATYAHARA – Das Nach-Innen-Richten der Sinne

Pratyahara geschieht, wenn der Geist ist der Lage ist, seine gewählte Richtung beizubehalten und die Sinne sich nicht wie gewöhnlich mit den Objekten, die sie umgeben, verbinden. Im Zustand von Pratyahara folgen die Sinne dem Geist in seiner Ausrichtung.

Dabei stehen die Sinne ganz und gar zu unserer Verfügung.

In erster Linie sind damit unsere fünf physischen Sinne gemeint: tasten, schmecken, riechen, hören und sehen. Jetzt habe ich zu schreiben begonnen. Anfänglich sind meine Sinne noch nach außen gerichtet und nehmen ständig unendlich viele Eindrücke wahr: Ich fühle die Weichheit meines Sofas. Ich schmecke die Reste meines Schokoladenkekses in meinem Mund. Ich rieche die frische Wäsche auf der Leine. Ich höre den Ventilator meines Laptops und ich sehe plötzlich das Loch in meiner Socke!

Und je länger ich schreibe und immer fokussierter mich in mein Schreiben hineinbegebe, umso mehr verliert sich die Weichheit des Sofas, der Schokoladengeschmack in meinem Mund, der Wäscheduft und das Geräusch meines Laptops und für eine gewisse Zeit hat mein Socke kein Loch mehr… ich nehme dies einfach nicht mehr wahr, weil ich ausschließlich auf das Schreiben meines Textes ausgerichtet bin und alles andere keine Rolle mehr für mich spielt.

Meine Sinne lenken mich nicht mehr ab von meiner Tätigkeit, die ich gewählt habe zu tun: SCHREIBEN. Weil ich darauf vollkommen konzentriert bin, unterstützt mich der Rückzug meiner Sinne im Erreichen meines Ziels: diesen Blogartikel zu schreiben. Das geht so weit, dass ich nicht mehr das Gefühl habe, dass ICH, Nikola Knecht, diesen Blogartikel schreibe. Ich habe eher das Gefühl ES schreibt. Dieses ES ist ein Teil in mir, zu dem mein Verstand keinen ganz so leichten Zugang hat. Außer – ich ziehe meine Sinne zurück und fokussiere mich auf das, was ich gerade erwählt habe zu tun.

Und schon sind wir bei Dharana.

DHARANA – Die Fähigkeit unseren Geist auszurichten

Daharana ist die Fähigkeit, unseren Geist auf einen Gegenstand auszurichten.

Ich habe als Mensch permanent die Möglichkeit mich zu entscheiden was ich tue oder denke, da es so unendlich viele Objekte gibt, für die ich mich entscheiden und darauf ausrichten kann. Mein Verstand ist ein Meister darin, dass ich mich ständig, nach wenigen Augenblicken wieder auf etwas anderes konzentriere. Ich „hetze“ quasi von Objekt zu Objekt. Das ist der Grund, warum die Gedanken nicht still stehen. Der Verstand entscheidet über mein Denken. Dharana besagt, dass es mir gelingt mich für ein Objekt (das kann eine Blume, Kerzenflamme Symbol sein) oder auch eine Tätigkeit zu entscheiden. ICH entscheide auf was meine Gedanken ausgerichtet sind und nicht mehr der Verstand! Wenn ICH schreibe, dann ist das Objekt meiner Wahl die Tätigkeit Schreiben.

Es muss also nicht zwangsläufig ein Gegenstand sein. Wenn wir mal beim tatsächlichen Meditieren oder „in-der-Stille-Sitzen“ bleiben, dann kann der Meditationsgegenstand auch der Atem sein, Wörter, die rezitiert werden, Klänge usw… Auch wenn ich mich in ein Buch versenke und beim Lesen vollkommen in die Geschichte eintauche, dann ist das Dharana – die Fähigkeit den Geist auf einen Gegenstand auszurichten.

UND GENAU DAS GESCHIEHT BEIM GEISTIGEN HEILEN!

Ich ziehe meine Sinne zurück nach innen, entscheide mich dafür meine Gedanken dahingehend auszurichten, dass ich mir meinen Klienten vollkommen gesund und heil vorstelle und verweile in dieser Ausrichtung meiner Gedanken. Der Grund warum das auch tatsächlich funktioniert ist – dass ich nicht daran zweifle, dass das möglich ist! Und warum zweifle ich nicht daran? Weil ich durch meine Ausbildung die Erfahrung machen durfte, dass es tatsächlich funktioniert.

Wie das jetzt genau zum Geistigen Heilen führt wird in einem der folgende Artikel erklärt.

Noch einmal zurück zu den Sinnen…

Wir alle kennen unsere physischen Sinne. Diese ziehen wir auf dem Yogaweg beim Üben von Meditation von außen nach innen zurück. Dadurch werden weitere Sinne, naja, sagen wir einmal aktiviert. Das stimmt zwar so nicht ganz, denn diese sind an sich immer und bei jedem Menschen da. Nur nutzen wir diese kaum mehr. Sie spielen in unserer Zeit der Äußerlichkeiten und der äußeren Bewertungen nach höher, schneller, weiter einfach keine Rolle mehr.

Jedoch sind es genau die „inneren“ Sinne, welche uns die Wahrnehmung über das, was wir wirklich sind, ermöglicht! Durch das Hellsehen, Hellhören, Hellfühlen, Hellriechen und Hellschmecken erschließt sich uns eine Wahrnehmung, die über unsere fleischliche Hülle hinausgeht. Auch das Hellwissen gehört zu diesen inneren oder feinstofflichen Sinnen.

Mit diesen Sinnen können wir Informationen bis hinein in unser Vijnanamayakosha (lebensübergreifendes Unterbewusstsein) erhalten. Diese Informationen helfen möglicher Weise in innere Klarheit und Kraft zu kommen. Das kann jeder selbst über den Weg des Yogas machen (bitte unbedingt in Begleitung mit einem Lehrer) oder man nimmt sich die Hilfe eines Begleiters (Geistigem Heiler) der speziell dafür ausgebildet ist. Selbstverständlich gibt es auch Naturbegabungen, die keine Ausbildung benötigen! Wer die Bücher über Christina von Dreien kennt, wird mir zustimmen! Und ich habe das ganz ganz große Vertrauen, dass die Zeit reif dafür ist, dass sich immer mehr Menschen auf ihre vollkommen natürlichen, vorhandenen Begabungen wieder besinnen.

Wenn dies erkannt und gelebt wird, dann agieren die Menschen wieder in Liebe, Achtsamkeit und Respekt miteinander, da das ihren Herzen und ihrer Seelen entspringt. Sie leben und handeln nicht mehr, wie aktuell leider noch viel zu oft, auf Grund von Prägungen, Konditionierungen, welche fast allesamt als Ursache irgendeine Form von Angst haben. Und Angst ist das absolute Gegenteil von Liebe.

In unserer Gesellschaft stelle ich mit großer Freude fest, dass immer mehr junge Menschen sich darüber bewusst werden, dass sie tatsächlich eine Wahl zwischen Liebe und Angst haben. Das unterscheidet sie von früheren Generationen, denen diese Unterscheidungsmöglichkeit durch äußerliche Umstände verwehrt war… Die Umstände und die Zeit war wohl einfach nicht danach, da lenkende Systeme übermächtig waren und zum Teil auch heute noch bestehen…

Danke an die Hippies, die Feministinnen, alle Umweltschützer und Menschen, die sich auf ihr Herz verlassen haben und sich trotz widriger äußere Umstände für das achtsame und respektvolle Miteinander ganz eindeutig entschieden haben und das auch leben.  Mit großer Freude beobachte ich, wie meine Töchter und der Großteil ihrer Freunde ganz bewusst ihren Weg hin in ein liebevolles, achtsames und respektvolles Miteinander suchen und leben. Sie sind bereits in diesem Bewusstsein aufgewachsen. Und es sind immer mehr, die nach dem universellen Gebot leben oder: LIEBE DEINEN NÄCHSTEN WIE DICH SELBST. Oder: Was du nicht willst, dass man dir tut, das füge keinem andren zu.

Entscheiden Sie sich und kommen Sie raus…

… raus aus der Komfortzone – rein in die Freiheit!

 Herzliche Grüße

 Nikola Knecht

By |2018-10-16T21:01:46+00:00August 12th, 2018|YOGA|0 Comments

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