Nach meinem Verständnis gibt es nicht einen Menschen, der nicht  in seiner selbstgebastelten Komfortzone lebt. Der große Unterschied ist nur, ob man sich in dieser auch wohl fühlt. Also, ich meine so richtig wohl fühlt oder eben nicht.

Denn, wie das Wort „Komfortzone“ schon ausdrückt, ist der Komfort, also das Wohlbefinden in der Zone, abgesteckt. Die Komfortzone, die so richtig glücklich macht, ist aus bewussten Entscheidungen und Handlungen heraus entstanden. Sie ist weit, frei, offen, flexibel und Neues ist willkommen. Die Grundlage zu diesen bewussten Entscheidungen waren innerlich Liebe, Frieden und Freiheit. Eine solche Komfortzone ist klasse! Sie ist dem Menschen dienlich, gibt ihm die Möglichkeit zu wachsen und man hat in keiner Weise auch nur den kleinsten Impuls, dies Kompfortzone zu verlassen. Naja, vielleicht möchte man sie noch optimaler gestalten: mehr Freiheit, mehr Glück, mehr Selbstverwirklichung und noch mehr Zeit für sich. Ich kenne solche Menschen und es ist eine Freude mit ihnen gemeinsame Zeit zu teilen.

In meiner Begleitung begegne ich hingegen meist Menschen, denen ihre Komfortzone nicht mehr den Raum gibt, der sie zum Erblühen und Wachsen bringt. Und doch werden sie in ihrer Zone gehalten. Das „Ver-rückte“ dabei ist, dass die eigene Komfortzone, egal wie unangenehm sie auch sein mag, etwas sehr Vertrautes hat. Und unser Verstand mag es gar nicht, Vertrautes (auch wenn es nicht mehr so liebevoll ist) loszulassen, spricht sich davon zu trennen.

Die Gründe, die eigene Kompfortzone, die nicht mehr dientlich ist zu verlassen, kann man fast auf einen Grund herunterbrechen: Angst.

Angst, den gesellschaftlichen Normen nicht mehr zu entsprechen, Angst die Arbeitsstelle zu verlieren, Angst den Lebensstandart nicht mehr halten zu können, Angst alleine zu sein, Angst keine Anerkennung mehr zu haben, Angst Liebe zu verlieren (obwohl das schon ein bisschen paradox ist…), Angst, dass es ohne das Bisherige noch schlimmer ist und dadurch nicht die Möglichkeit sehen, dass eine Veränderung auch immer die Chance zur Verbesserung in sich trägt.

Die Gründe, die eigene Komfortzone nicht zu verlassen und den Schritt in das eigenverantwortliche Handeln auf allen Ebenen des Seins zu wechseln und dafür Freiheit und Authentizität und folglich „Love is all around“ zu erfahren, sind manigfaltig!

Ich liebe meine Arbeit, die für mich keine Arbeit ist, sondern jedesmal ein Geschenk, das mir gemacht wird. Ich darf so nah an Menschen heran und ihnen helfen sich daran zu erinnern, dass sie das, wonach sie sich sehnen, bereits in sich haben. Sie müssen nicht erst etwas tun um das zu erlangen. Nein, ganz im Gegenteil. Ich lerne ihnen wieder zu sein und das dann auch wirklich zu spüren und zu fühlen, so dass sie es nie wieder vergessen.

Wenn man sich selbst als sich in seinem Sein erfahren hat, dann hat man die Kraft gegen den Verstand, die Angst zu handeln und die Komfortzone zu verlassen um sich seine neue, eigene, dienliche und unterstützende Komfortzone zu gestalten. Das ist eine unbeschreiblicher Prozess und ich bin voller Dankbarkeit, dass ich das so oft schon bei meinen Klienten begleiten durfte.

Ich gebe zu, das ist durchaus ein wenig anstrengend und herausfordernd… Aber den meisten meiner Klienten war es möglich die eigene Komfortzone zu verändern. Warum? Weil die Grundlage für ihre Handlungen nun Liebe, Friede und eigene Kraft waren. Nicht mehr die anerzogene Angst und übergestülpten Dogmen aus Zeit, Kultur, Erziehung und all dem anderen.

Herzliche willkommen in der Freiheit.

Nikola Knecht

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