Wir leben in einer äußerst interessanten Zeit. Gefühlt schwanke ich oft zwischen „ich rette jetzt die ganze Welt“ und „eh alles zu spät…“. Beides ist übertrieben und beide Seiten sind unsinnig, weil sie jeweils das gegensätzliche Extrem meines Themas beschreiben.

Yoga hat mich gelehrt und erfahren lassen, dass die Glückseligkeit dann hervortritt, wenn die beiden Gegensätzlichkeiten sich in der absoluten Balance befinden.

Und genau das ermöglicht mir in die aktive Handlung zu gehen, die dann auch tatsächlich etwas bewirkt!

Wenn ich „jetzt die ganze Welt retten“ wähle, dann bin ich schon mal total überfordert, weil ich gar nicht weiß, wo ich da denn am besten anfangen sollte. Schnell kommt mir der Konsum und somit die „Religion“ der heutigen Zeit, das Wirtschaftswachstum, in meine Gedanken. Wirtschaftswachstum geschieht durch den Konsum des einzelnen und dadurch in Summe als Masse.

Wann verstehen wir endlich, dass WIR SELBST EINZELN UND DADURCH ALLE ZUSAMMEN DAS LEID DER ERDE KREIEREN, weil es in erster Linie um den eigenen Vorteil vor den anderen geht…?

Das machen sich die Regierenden zu Nutze. Ein einfaches psychologisches Spielchen mit der Angst und Gier des Einzelnen. Wir werden nicht von der Politik regiert, sondern wohl eher von ein paar Weltkonzernen, deren Provit das Objekt deren BeGIERde ist. Der Schutz des Wirtschaftswachstums hat einen bedeutend höheren Stellenwert bei den meisten gewählten Volksvertretern, als der Schutz der Bevölkerung, der Natur und somit unserer Lebensgrundlage, welche Mutter Erde ist. Leider komme ich über die Jahre zu keinem anderen Ergebnis…

Wenn ich „jetzt ist eh schon alles zu spät…“ wähle, dann bin ich ausgeknockt. Gelähmt, handlungsunfähig, bewegungslos, kurz vor depressiv. Schon beim Schreiben fließt meine gute Laune fast unaufhaltsam aus mir heraus! Das gilt es zu vermeiden!

Die Mitte zwischen „jetzt die ganze Welt retten“ und „jetzt ist eh schon alles zu spät…“ holt mich aus den Extremen der Dualität. Die Überforderungen durch die totale Aktivität und durch die Lähmung der Resignation lässt mein Emotions-Pendel sich Mittig sanft einschwingen. Und, schau an, mit meiner Stimmung geht es direkt wieder nach oben!

Die sanfte, dauerhafte Bewegungen um die geschmeidige Emotionsmitte zu diesem Thema raubt mir keine Kraft. Ich bin mir meiner Kraft und meinen Möglichkeiten bewusst und versuche danach zu handeln (was mir nicht immer zu meiner vollen Zufriedenheit gelingt…):

  • ich fahre kurze Strecken mit dem Rad oder gehe zu Fuß
  • ich nutze Stoffsäckchen beim Einkaufen für Obst und Gemüse
  • ich versuche möglichst plastikfrei einzukaufen und darf beim ein oder anderen meine mitgebrachte Box mit Lebensmitteln befüllen lassen
  • ich fahre Bahn, wann immer es möglich ist und die Fahrzeit nicht verdreifacht…
  • ich kaufe bio und bemüht nachhaltig und umweltschonende Artikel
  • ich ernähre mich vorwiegend vegetarisch mit veganen Tendenzen und bin doch Flexitarier
  • ich kaufe wenig
  • ich versuche zu reparieren, zu recyceln, zu verschenken, gebraucht zu kaufen
  • ich verpasse inzwischen wohl jeden Modetrend
  • ich behalten mein Handy und Laptop so lange, bis nichts mehr aufzurüsten ist
  • ich habe keinen Fernseher
  • ich höre nachrichten- und werbefreies Digitalradio
  • ich lese viel und auch abseits vom Mainstream
  • ich versuche viel in der Natur zu sein
  • ich liebe was ich arbeite, so arbeite ich nicht und brauche keinen Urlaub um mich zu erholen
  • ich umgebe mich mit lieben Menschen (die anderen ertragen mich eh nicht mit meiner ständigen guten Laune)
  • ich bemühe mich nach dem Grundsatz zu leben: was du nicht willst, das man dir tut, das füge keinem anderen zu oder das berühmt „liebe deinen Nächsten, wie dich selbst“
  • ich schätze folgende Werte und bemühe mich danach zu leben: Freundlichkeit, Ehrlichkeit, Pünktlichkeit, Rücksicht, Achtsamkeit, Zuverlässigkeit
  • noch vieles mehr…

Und für mich das Wichtigste und Grundlegendste überhaupt: Ich darf Menschen helfen sich in ihrem tatsächlichen Sein zu erfahren und dadurch tritt Frieden in den Menschen ein.

Wenn wir alle Frieden in uns hätten, dann könnten wir sofort das Paradies auf Erden haben und wir müssten nicht mehr wie eine Flipperkugel zwischen den beiden Extrem von „jetzt die ganze Welt retten“ und „jetzt ist eh schon alles zu spät…“ hin und her ballern und dabei fast verrückt werden.

Finden wir unseren inneren Frieden, dann hat sich die Angst aus unserem Körper-Geist-Seele-System gelöst und die Liebe – die Liebe, die unser aller Uressenz ist, strahlt und wandelt das jetzige Gegeneinander in ein Miteinander für  alle Wesen dieser Erde.

Wir würden aufhören unseren einzigen Planeten zu zerstören, weil wir wissen, dass ausnahmslos dieser uns allen die Lebensgrundlage bietet. Mit meinen kleinen alltäglichen und immer bewusster werdenden Handlungen kann ich vielleicht nicht außerordentlich viel beitragen… Aber stetger Tropfen höhlt den Stein und viele Tropfen werden zum Ozean…

Ich frage mich ernsthaft, ob die, welche den Konsum und das Wirtschaftswachstum als ihr Religion auserkoren haben und beständig daran festhalten nicht geschnallt haben, dass sie ebenso untergehen, wenn der Kolaps kommt…? Essen die dann ihr Aktienpaket und trinken den gebunkerten Champagner?  Was atmen die dann…?

Wie interessant ist doch diese Zeit…

Herzlich Willkommen in der Freiheit

Ihre Nikola Knecht

PS: Es gibt da zwei, drei Sachen in meinem Leben, von denen kann ich mich noch nicht trennen… Sie sind echt nicht gut für die Umwelt… und ich weiß das sehr wohl! Aber es macht mir Spaß… zuviel Spaß. Und wissen Sie was? Da flipper ich noch gewaltig zwischen „meiner persönlichen Gier nach Spaß“ und „jetzt muss ich das aber zum Schutz der Erde endlich abstellen“ hin und her…

Ich arbeite daran… versuche in anderen Breichen noch besser zu werden… Ich bemühe mich – ehrlich! Bin im Prozess… wie jeder…

 

 

Bildquelle: mit freundlicher Erlaubnis von meinem lieben Gerhard 🙂