Betrachten wir die letzten 40 Jahre, und das ist fast mein ganzes Leben lang, haben wir eine sensationelle Entwicklung der Technik erfahren. Die Digitalisierung ist rasend schnell darin und ein Ende ist nicht abzusehen.

Betrachten wir die letzten 100 bis 130 Jahre, dann ist das Aufkommen der Industrialisierung die Grundlage dessen, was wir heute in der Technik erleben. Schon irgendwie beeindruckend.

Betrachten wir die die letzten Jahrunderte, ach was, die letzten 5 Jahrtausende, dann war die Menschheit Zeuge einer phänomenalen Entwicklung von Wissen in nahezu allen Lebensbereichen. Unglaublich, was der Mensch da so entwickelt und evolutioniert hat und „das Leben leichter gemacht hat“.

Und gehen wir noch weiter zurück, ja, dann macht die Evolution an sich sprachlos. Ich finde das alles sensationell! Wirklich!

Jedoch bin ich persönlich der unumstößlichen Meinung, dass sich der Mensch trotz aller Errungenschaften nicht die Spur weiterentwickelt hat. Ganz im Gegenteil. Mit fortschreitender Zeit entwickeln wir uns zurück in herzlose und hirntote Wesen. Nur so ist es wohl möglich, dass wir uns gegenseitig töten, die Tiere sinnlos abschlachten und uns selbst die Natur, unsere Lebensgrundlage, unter dem Hinter weg vernichten. Noch NIE gab es so viele Kriege auf dem Planeten wie aktuell.

Als ich Kind war, gab es auch gesellschaftliche Unterschiede, jedoch spielten die kaum eine Rolle, da diese kaum auffielen. Heute ist wirklich für jeden, der ein bisschen die Augen auf macht, ganz leicht ersichtlich, dass wir längst in einer Zwei-Klassen-Gesellschaft leben und sich die Schere immer weiter öffnet. Ein Ende ist auch hier nicht in Sicht.

Harte Worte, ja, … aber ich habe solche Tage, an denen ich die Spezies Mensch einfach nur widerlich finde! Woher das kommt? Ich habe kleine Erlebnisse. Heute zum Beispiel fuhren wir vom Einkaufen zurück. Das Auto vor uns hupte einen Mann an, dem sein Kasten Spezi auf dem Gehweg zu Boden gefallen war. Dieser Mann sah uns und dachte, dass wir ihn angehupt hätten und beschimpfte uns wüst gestikulierend. Aber wir hatten ja gar nicht gehupt. Ganz im Gegenteil, wir hatten wirkliches Bedauern mit ihm, konnten im Verkehrsfluss jedoch nicht behilflich sein. Wieso war dieser Mann so ärgerlich? Ich denke dann nach und überleg mir Geschichten, die zu seinem Ärger geführt haben könnte, denn der Kasten Spezi kann es ja alleine nicht gewesen sein… Beim Weiterfahren, in diesen Gedanken versunken, sehe ich Bedürftige die Abfalleimer an den Bushaltestellen durchsuchen, und Menschen, die am Rande der Gesellschaft leben. Ich sehe so viel und komme dann zu dem Ergebnis, dass sich die Menschheit emotional überhaupt nicht weiter entwickelt hat!

Emontionale Evolution – Fehlanzeige!

Im Gegenteil. Würde ich die Liebe in mir nicht ständig spüren und von so unglaublich vielen liebevollen Menschen umgeben sein, würde ich an der an jeder Ecke lauernden Herzenskälte zu Grunde gehen. Ich bin gesegnet und voller Dankbarkeit und in dem Wissen, dass so viele Menschen sich auf dem Weg zu ihrer Liebe aufmachen und das, DAS wird eines Tages hoffentlich alles wandeln.

Beim Schreiben fällt mir der Text von Roger Whittakers STREET OF LONDON´s ein. Ein wundervolles Lied. Ein toller Text. Let me take you by the hand, and lead you through the streets of London. I’ll show you something to make you change your mind. Ich mach die Augen auf und sehe dann all das Schöne, das eines Tages auf der ganzen Welt und nicht mehr nur in meinem Leben überwiegen wird.

Herzlich Willkommen in der Freiheit

Nikola Knecht

Bildquelle: PixaBay