Kundalini – die Kraft die Leben erschafft

Bevor ich versuche Kundalini zu erklären, gibt es eine kleine Zusammenfassung mit den wichtigsten Punkten die das MenschSein ein wenig erklären:

  • Wir haben nicht nur einen physischen Körper, sondern auch noch energetische, welche im Yoga Koshas genannt werden.
  • Diese Körper wurden (von uns selbst/Gott/dem kosmischen Spiel) erschaffen und können verändert werden.
  • Somit haben wir Einfluss auf unser Befinden, Wohlsein, Gesundheit, auf unser Handeln und somit auf alle Lebensbereiche.
  • Dieses Körper-Geist-Seele-System (Koshas) ermöglicht, dass wir als Seele eine menschliche Erfahrung machen können, die wir freiwillig gewählt haben, auch wenn wir uns daran im Regelfall nicht erinnern.
  • Dieses Nicht-Erinnern ist Teil des Spiels, dass das Spiel „MenschSein“ erst ermöglicht.
  • Wir haben die Kraft der Gedanken, mit der wir in unser Körper-Geist-Seele-System Klarheit bringen können.
  • Wir dürfen mit der Summe unserer bisherigen Handlungen die aktuelle Erfahrung unseres jetzigen Lebens machen (Karma).
  • Wir dürfen Erfahrungen so lange wiederholen, bis wir mit dem Ergebnis zufrieden sind (Inkarnation).
  • Wir haben den freien Willen, der schon frei ist, jedoch eine tiefe innewohnende Vorgabe hat.
  • Wir haben einen Teil in uns, der nie leidet, da er unser göttlicher Teil ist. Wie steht es so schön in der Bibel? Wir sind nach Gottes  Ebenbild geschaffen – dann sind wir wohl vollkommen und Gott.
  • Blöd ist nur, dass wir uns an diese Vollkommenheit nicht mehr erinnern. Wir sind durch Konditionierungen und Prägungen aus Zeit, Kultur und Bildung „zugedeckt“ und erkennen das nur, wenn wir uns klären (Stichwort Bauernschrank und Laterne aus den früheren Blogartikeln).
  • Diese Klärung ist eine Suche nach der vollkommenen Wahrheit. Ein Suchender ist ein Yogi.
  • Zu erfahren, nicht nur ne Idee davon haben…, wer wir wirklich sind, ist unser seelisches Grundrecht. Es ist an uns selbst von diesem Recht Gebrauch zu machen.
  • Es bedarf der eigenverantwortlichen Handlung. Niemand kann einem diesen Weg abnehmen.
  • Wer für sich Veränderungen erhofft OHNE in die (tiefe) Veränderung zu gehen, wird kein anderes Ergebnis als bisher erzielen. Das ist, wie sich duschen wollen, ohne nass zu werden… Das geht auch nicht!

Bevor ich meinen Gedanken freien Lauf lasse und die Frage „Was steckt hinter all dem, was wir Leben nennen?“ aus meiner Erfahrung beantworte, gilt es darüber aufzuklären, welche KRAFT das alles ermöglicht.

Nun werden manche sagen:“ja, Gott halt…!“ Das ist schon richtig, aber im Yoga geht es ja fast schon wissenschaftlich zu und daher gibt es auch eine ganz wundervolle Erklärung.

Die Kraft, die das Nichts der Vollkommenheit zur erfahrbaren Materie werden lässt, wird im Yoga Kundalini oder Shakti genannt. Hierzu gibt es eine schöne bildliche Erklärung aus dem Yoga, die diese Kraft, die das Leben in all einen Facetten entstehen lässt, beschreibt und die ich kurz mit meinen Worten nacherzähle:

Die göttliche Vollkommenheit ist mehr als nur die Balance der Gegensätzlichkeiten/Dualität. Die Vollkommenheit ist die Auflösung der Dualität. Das wird in Indien mit der Einheit von Shiva und Shakti beschrieben. Shiva steht für das, was in allem und jedem enthalten ist. Quasi die Ur-Essenz von allem was ist. Shakti ist die Kraft, die dieser Ur-Essenz Leben einhaucht. Noch sind Shiva und Shakti jedoch in der Vollkommenheit aufgegangen und daher NICHTS. Vollkommene Glückseligkeit. Paradies. Suchen Sie sich etwas aus.

Nun gibt es einen Impuls (Spanda – ich werde gesondert darauf eingehen) der aus dem NICHTS heraus Shiva und Shakti separiert und somit Bewegung entstehen lässt. Erst ganz subtil, aber dann immer greifbarer. Dieses NICHTS (die Vollkommenheit) ist bei uns im menschlichen Körper im Scheitelchakra angesiedelt – hier sind Shiva und Shakti vereint. Der Impuls (Spanda) lässt beide zusammen in Bewegung geraten und bei der Entstehung eines Menschen zum Stirnchakra hinabsteigen. Hier trennen sich die beiden Geliebten und Shiva verbleibt „im Himmel“, während Shakti weiter hinab, über die Chakren, bis zum Wurzelchakra („der Erde“, dem Menschen) hinabsteigt und sich hier schlafend als Kundalini ablegt. Symbolisiert wird das gerne mit der eingerollten Schlange, die in vielen Kulturen als Lebenskraft gilt. Die feinstoffliche „Idee“ Mensch hat sich nun in den grobstofflichen Menschen verwandelt.

So, nun ist Shiva da oben und Shakti da unten und schläft… Der Mensch ist in sein Vergessen über seine wahre Essenz, sein wahres Sein, eingetreten, da er durch die Trennung von Shiva und Shakti die Dualität erfährt. Der Mensch ist folglich unbewusst. So wie wir fast alle… Das erklärt das menschliche Drama um uns herum, was ich schon wieder tröstlich finde, da es offensichtlich einen Weg da heraus gibt…!

Der Impuls, dass Shakti aufwacht und sich im Menschen mit seinem physischen Körper wieder in die Vereinigung mit Shiva gibt, ist die Gnade, die auf Grund von dem individuell angesammelten Karma die Aktion auslöst. Das individuelle Karma (Tat/Handlung) des einzelnen Menschen ist dabei in absoluter Balance und Harmonie. Die Waagschalen (aller Handlungen gut/böse) sind absolut auf einer Ebene. DAS lässt Shakti aufwachen und sich als Kundalini-Kraft auf den Weg machen, zurück in die Vereinigung mit ihrem Geliebten Shiva. Unten beim Wurzelchakra angefangen, die Sushumna (den Hauptenergiekanal) hinauf, durch jedes Chakra, bis sie sich im Stirnchakra wieder vereinigen und gemeinsam wieder im Scheitelchakra in die untrennbare Vereinigung eintreten.

Dies ist, bildlich erklärt, der Kundalini-Prozess, der ein wenig wie „sterben und neu geboren werden“ ist, ohne dabei den Körper zu wechseln. Wird dieser Prozess voll durchlaufen, dann kann dieser Mensch mit diesem Prozess tatsächlich die Einheit von Allem, die Vollkommenheit, das AllEinsSein, das großes Nichts, die Quelle oder wie immer Sie das nennen wollen, ERFAHREN. Und diese Erfahrung ist unauslöschlich und verändert das ganze Leben, wenn man lernt sich mit den dadurch neuen Kräften und Gegebenheiten einzufinden.

Und dann kann das Leben mal so richtig toll sein und voll Spaß machen !!!

Das ist Yoga.

Und dieser Prozess selbst und die ersten Folgen daraus, machen nicht immer nur Spaß.

Da wird man beim Duschen vollkommen nass!!!! 🙂

Das was Menschen, also ihr Leben ändern lässt, ist in irgendeiner Form die absolute Entscheidung für sich selbst, abseits der vorgegebenen Konditionierungen und Prägungen. Sie lassen alle Hüllen (Koshas) fallen und entdecken dahinter/darunter ihr tatsächliches Sein, ihr darin veranlagtes Potenzial, ihre Gaben und Talente, die dazu da sind, dass man ein vollkommen glückliches und zufriedenes Leben leben kann. Nein darf. NEIN SOLL !!!

Wir alle haben diese wundervolle Kraft Kundalini in uns, nur bei vielen schläft sie noch tief und fest. Und vielen kommt auch so ihr Leben vor… Der Weg zu sich selbst, ist der Weg in die INDIVIDUELLE Vollkommenheit, die nur jeder selbst entdecken kann.

Keiner gleicht da dem anderen. Keiner ist besser oder schlechter. Alles und jeder ist Ausdruck der göttlichen Vollkommenheit, des göttlichen kosmischen Spiels, das ich versuche im nächsten Blogartikel zu erklären.

Haben Sie nicht langsam Bock auf selbstbestimmtes, freies und eigenverantwortliches Leben…?

Na dann, ab in die Dusche und voll nass machen, denn nur das führt…

 

… raus aus der Komfortzone – rein in die Freiheit!

Herzliche Grüße

Nikola Knecht

 

Bildquelle: Pixabay

By |2018-11-28T09:11:15+00:00November 11th, 2018|YOGA|0 Comments

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