Las Vegas… drei Buchstaben: WOW (Teil 1 von 2)

Also… ich habe in meinem Leben bereits mit Vorständen von Weltunternehmen aus den USA, Europa und Deutschland gegessen und sie teilweise sogar bei mir zu Hause bewirtet. Ich habe Bekannte, die wirklich bekannt sind und ich deshalb nicht sage, wer es ist… Ich kenne Menschen aus allen Kontinenten dieser Welt und finde es immer bereichernd mich mit anderen auszutauschen. Ich hatte das große Glück in Bescheidenheit und Liebe aufzuwachsen und die Liberalität meiner Eltern ist ein großes Geschenk! Ich würde mich als offenen, neugierigen Menschen beschreiben und ich bin wirklich ohne Erwartungen nach Las Vegas geflogen. Einfach nur, weil Annette Müller, meine Verlegerin, gesagt hat, ich soll doch kommen um ein Interview mit Brian Sebastian von LA Talk zu machen um mein Buch DIE TRÄGERIN DES LICHTS vorzustellen.

Okayiii… Ich gebe zu: kurz Blutsturz, Sauerstoffzelt, weil Schnappatmung… Aber dann… Flugticket gebucht, Hotel gebucht, alles organisiert und dann in den Flieger gestiegen.

Zwei Tage vor Abflug meinte meine liebe Freundin Britta: Hase… du brauchst unbedingt eine Stylistin! Ich flieg mit! Ich liebe verrückte, spontane Menschen und mein Zimmer ist groß genug!

Die USA kenne ich bereits ein wenig. Ich war 1990 zu meinem Geburtstag in New York und wollte dort vor dem Empire State Building Schlittschuhlaufen. Hab ich gemacht. New York ist toll! Immer wieder gerne! Vor etwa 15 Jahren war ich mit meinen Töchtern in der Nähe von Seattle und besuchte eine liebe Freundin. Eine tolle Gegend! Ganz mein Gusto! Nicht ganz so wie San Francisco, aber sehr ähnlich und vielleicht einfach ein bisschen gediegener. Aber sehr liberal, offen und sehr freiheitlich mit einem schönen, nicht übertriebenen alternativen Touch.

Und dann noch Tucson Arizona – eine Pferderanch zum Reiten. Westernreiten – leider geil! Würde ich immer wieder machen. Wir ritten durch blühende Kakteenwälder und durch Flüsse. Es hatte einige Tage vor unserer Anreise ausgiebig geregnet. Ein Paradies!

Also, ich komme nicht ganz unerfahren in die USA zurück. Aber Las Vegas…? Holy moly!

Ist das irre! Ich dachte erst, dass 24 Stunden ohne wirklichen Schlaf meine Wahrnehmung trübt! Aber nein – nach einem ausgiebigen Schlaf entdeckte ich die Stadt mit ihren Superlativen und es wurde noch unbegreiflicher für mich

Ich fasse mal kurz zusammen:

Eine lange Straße, der STRIP, an dem Venedig, Paris, New York, ein Flamingo, Hollywood, Herrn Trump´s Hotel, das so golden schimmert, wie seine Haarpracht, Mr. David Coperfield im MGM, ein Riesenrad, ne Achterbahn, nen Erdbebengebiet und ein Wasserfontänenspiel angesiedelt sind. Und in fast jedem Gebäude sind die Untergeschosse mit tausenden von Geldspielmaschinen geflutet, an denen zu JEDER Tageszeit Menschen sitzen und mit leeren Gesichtern stupide Knöpfchen drücken und es dann laut und bunt PLING PLING PLING macht. SCHRING SCHRING SCHRING habe ich nicht ein einziges Mal mitbekommen.

Die Geräuschkulisse ist WAHNSINN!!! Ich habe mal gelesen, dass so schnelle Bilderwechsel Epilepsie auslösen kann… Glaub ich gleich! Und dann, für unser Auge wirklich nicht gewohnt, die sehr sehr adipösen Menschen. Aber das ist ja kein Wunder! Nur vor den Maschinen sitzen, ständig Alkohol und Cola, Fanta, Limo, Bier kostenfrei (!) serviert bekommen und dann, in der Pause, Fastfood! Diese Portionen! Ein Teller hat da bei uns früher für mich und meine beiden Mädels gereicht! Allerdings nur Kohlehydrate, Fett und vermutlich Zucker! UNGLAUBLICH !!! Man muss auch ständig aufpassen, dass man von so einem vierrädrigen Rollvehikel nicht umgefahren wird, auf dem die sitzen, die zu dick sind, um zu laufen! Aber darauf ist alles eingerichtet, damit die auch noch überall hinkommen können… Noch können Sie ja essen und spielen…

Also, nicht dass Sie jetzt denken, dass ich das nicht schon vorher gewusst hätte… Aber es dann live zu sehen ist dann echt nochmal ne ganz andere Nummer!

Aber! Wir haben auch unglaublich gutes Essen gefunden und gar nicht mal sooo teuer. Gemüse, Joghurt und frisches Obst. In „Venedig“ am nördlichen Ende des Strip, haben wir unfassbar lecker gegessen und das so teuer wie in Deutschland. Das kann man sonst nicht behaupten!

Eigentlich gibt es hier in Las Vegas nur folgendes zu tun: Gambling, Shoppen, Essen und am Abend die Shows ansehen. Das andere, das es in Las Vegas auch noch gibt ist für mich als Frau maximal uninteressant und daher habe ich hier nichts zu erzählen

Und noch raus in die Wüste. Mann eyi, war es da heiß! 40 Grad im Schatten. Gefühlt ne Sauna, nur dass es keinen Aufguss und kein Kühlbecken gibt! Also, schei.. heiß trifft es. Der Hoover Dam mitten in der Wüste vor den Toren der Stadt ist wirklich beeindruckend. Enorm was da bautechnisch zwischen 1931 und 1935 geleistet wurde. Und da war es ja auch Wüste und heiß! Vom Hoover Dam und dem aufgestauten Colorado River bekommt Las Vegas seinen Strom und sein Wasser. Beides wird in einer für mich unfassbaren Verschwendung verbraucht! Hey! Hier ist Wüste!

Überhaupt wenn man überlegt, welche Visions- und Umsetzungskraft hinter Las Vegas steckt, dann ist das schon wieder sehr beeindruckend. Ein Unternehmer hatte sich vorgenommen eine andere Handelsrute in den Süden zu finden und fand die „Oase“ mitten in der Wüste. Ein paar Männer hatten eine Idee, daraus wurde eine Vision und dann kam das Handeln zur Umsetzung dazu und nun ist es das Paradebeispiel dafür, dass ALLES möglich ist. Und ich meine alles. Las Vegas ist lt. Statistik die viert kriminellste Stadt der USA. Das bekommt man als Normalo-Touri, wie ich es eine bin, nicht mit. Ich habe mich zu jeder Tageszeit sehr sicher und wohl gefühlt. Aber in Las Vegas finden angeblich auch viele ihr Glück und auch nen Haufen Geld!

Steffi Graf wohnt hier und baut angeblich biologisches Gemüse an… na, vielleicht sollte man da mal die Energierechnung aufmachen und überlegen, ob das immer noch ökologisch ist…? Würde das  gerne bei einer Tasse Teekanne Harmonie und Barilla-Nudeln mit Tomatensoße mit ihr besprechen 🙂

Die Shows sind Superlative. Aber die wir gesehen haben waren gar nicht so riesengroß an Publikum, wie wir dachten. Linoel Richie war gigantisch! Cirque du Soleil war ein mystischer Sinnesrausch! Ich hätte gerne mehr Augen gehabt, oder zumindest zwei einzeln anzusteuernde! 🙂

Enttäuscht war ich über David Coperfield… Mann, war das kitschig. Das war zu viel US-family-Love- for-ever für uns. Es war echt nicht so toll… aber irgendwie… naja… wir waren der Meinung, dass die junge Generation an Magiern ihm offensichtlich ganz schön Druck macht und er sich nun neu positioniert und das war halt nicht so unser Ding. Aber er ist witzig. Wirklich witzig!

Was mich echt mit Gänsehaut bei 40 Grad im Schatten berührt hat war: „Time to say goodbye“ von Sarah Birghtman und Andrea Botticelli mit dem choreographierten Wasserspiel vor dem Hotel Bellagio. Das war soooo schön! Jaaa und ich musste auch bei Cirque du Soleil ein, zwei Tränen verdrücken. Das ging mitten rein!

Mein Hotelzimmer wurde zur „Jugendherberge“, da sich zu Britta und mir noch Annette Müller für zwei Tage und Nächte gesellte. Las Vegas war die Endstation ihres Roadtrips durch die USA und ursprünglich sollten wir gemeinsam das Interview geben. Auf Grund von Termindifferenzen konnte sie dann leider doch nicht beim Interview dabei sein. Kurzer Panikanfall bei mir… aber der ging schnell vorbei. Wir machten das Beste daraus und zu dritt erkundeten wir die Stadt. Jap… die Ladies hatten sichtlich Spaß mit mir, da beide der Meinung waren, ich könnte eine komplette Veränderung meiner Garderobe gebrauchen, wo ich doch jetzt dann in Radio und TV bin. Oooaaach… schmerzhafte Komfortzonenerweiterung!!! Ich verstehe Ihre Zögern beim Erweitern Ihrer Zone… aber letztlich macht es saumäßig viel Spaß !!!

Aber… nach 5 Tagen ist es dann auch gut… echt jetzt… Ich freu mich auf kühle Temperaturen und weniger Synapsentätigkeit auf Grund von permanenter akustischer und visueller Reizüberflutung!

Teil zwei meines Berichts geht über das Interview mit Brian Sebastian von LA Talk Los Angeles. Der Grund meiner Reise nach Las Vegas.

Und ich kann sagen, dass meine Reise eine echte Verschiebung meiner Komfortzone war. Und was ist die Folge davon?

Na? Na? Naaaaa? Jap: LEIDER GEIL !

Also bitte jetzt… Jeder in seinem Tempo und seinen Möglichkeiten… aber flott…

… raus aus der Komfortzone – rein in die Freiheit!

 Herzliche Grüße

 Nikola Knecht

By |2018-10-16T21:15:44+00:00September 2nd, 2018|DIE TRÄGERIN DES LICHTS|0 Comments

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