Was Karma und Eichhörnchen-Kacka gemeinsam haben…

Was Karma und Eichhörnchen-Kacka gemeinsam haben…

Was ist eigentlich Karma? Wenn wir bei unseren Ausbildungen in der École San Esprit unsere Schüler nach der Bedeutung von Karma fragen, dann bekommen wir die unterschiedlichsten Antworten: Ursache/Wirkung, was man sät, das erntet man, Schicksal, eine Kraft, welche das Leben bestimmt, Aktion/Reaktion und noch vieles mehr.

Karma ist ein Begriff aus dem Sanskrit, der uralten Sprache aus der die wörtlichen Beschreibungen des Yogas kommen. Karma bedeutet wörtlich übersetzt TAT oder HANDLUNG. Mehr erst einmal nicht. Wenn man darüber nachdenkt, dann gibt es als Mensch NICHT die Möglichkeit KEIN Karma zu produzieren. Da wir uns als Mensch im Zustand der Dualität hier auf Erden befinden handeln wir immer irgendwie, ganz gleich ob uns das bewusst ist oder nicht. Und jede Handlungen hat eine Auswirkung. Und jede NICHT-Handlung hat auch.

Vier Aspekte finde ich in meinem Leben wichtig:

  • Das Verständnis darüber, dass ich immer Karma ansammle, egal was ich tue.
  • Ohne dieses Wissen häufe ich unglaublich viel unbewusste Ursachen an, deren Auswirkungen ich dann auch zu tragen habe.
  • Das lässt mich persönlich schlussfolgern, dass ich mich immer mehr bemühe mir über meine Taten und Handlungen wirklich bewusst zu sein. Bissi blöd ist… meine Gedanken und Emotionen unterliegen auch schon dem Gesetz des Karmas…
  • Und da ich nett und höflich sein, liebevolles, einander helfendes, achtsames und respektvolles Miteinander bevorzuge, verhalte ich mich selbst auch so. Mal kurz die Bibel wieder zwischenrein: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst… Ist doch eigentlich ganz einfach… und jajaaaa… ich bekomme das auch nicht immer so toll hin…

Nun muss ich nochmals zurück auf die 3 Körper und 5 Hüllen kommen. Vielleicht erinnern Sie sich, dass unser physischer Körper und unser Energiekörper sich zum Zeitpunkt unseres Todes auflösen. Quasi Asche zu Asche, Staub zu Staub.

Unser Emotionalkörper und unsere Intellekthülle Vijanamayakosha, sowie unsere Seele, die bleiben jedoch bestehen für das nächste Leben, das wir uns erwählen.

All unsere Taten und Erfahrungen aus unserem menschlichen Leben nehmen wir mit unseren physischen und auch mit unseren energetischen Sinnen auf und verlinken sie mit den dabei entstehen Emotionen. Sprich – unsere Emotionen, die ja in dem Teil sind, der nach unserem Ableben bestehen bleibt, nehmen wir mit in die nächste Reinkarnation, mit in das nächste Leben. Auch unsere Erinnerungen oder Erkenntnisse aus unseren Leben bleiben erhalten und liegen in der Intellekthülle (Vijnanamayakosha, oder dem Unterbewusstsein).

Es gibt ein sehr schönes Bild, welches Karma gut erklärt:

Stellen Sie sich einen großen Baum vor.

Dieser Baum symbolisiert den Menschen JETZT.

Und als Baum bestehe ich bereits aus dem was ich geworden bin. Ich komme z.B. aus einem Eichelsamen und bin daher eine Eiche. Vielleicht ist der Baum im Laufe der Zeit um einen Zaun herumgewachsen und nun sind die beiden eins. Ein Makel oder eine Besonderheit? Oder ein Blitzeinschlag hat einen Teil weggebrochen. Der Baum hat ziemlich sicher eine Geschichte zu erzählen. Wenn Sie aufgepasst haben: der Zaun und der Blitzeinschlag stehen für die bisherig erlebten Situationen mit den dazu verknüpften Emotionen. Dass die Eiche um einen Zaun herum gewachsen ist und vom Blitz getroffen wurde liegt daran, dass sie da steht, wo sie nun mal steht.

Gleichzeitig produziert der Baum aber auch schon wieder neue Samen. Diese Samen sind meine Handlungen im Hier und Jetzt und diese werden Auswirkungen haben. Und der Baum produziert nicht nur einen Samen, nein… hunderte, tausende Samen produziere ich als Baum. Jahr für Jahr. Als alte Eiche vielleicht sogar über Jahrhunderte hinweg.

Diese Samen entsprechen dem Karma, das ich JETZT in diesem Leben produziere. Die Samen fallen auf den Boden und werden vielleicht zum Sprössling und später zu einem Baum. Aber vielleicht schnappt sich auch ein Vogel oder ein Eichhörnchen einen Samen und trägt ihn irgendwo hin und dann wird der Same dort zum Baum. Oder der Same wird von dem Tier gegessen… dann wird da kein Baum draus sondern Eichhörnchen-Kacka und dieser Same wird eine ganz andere Auswirkung haben… Dünger oder so… 🙂

Grundsätzlich trägt jede dieser kleinen Eicheln aber ALLE Informationen und alle Voraussetzungen in sich, um eine gigantische, wunderschöne, herrschaftliche Eiche zu werden.

Das gelingt aber nur, wenn die Umstände super sind: die Erde muss perfekt sein, genügend Wasser und Sonne, das Klima muss passen. Niemand darf den Baum fällen oder der Blitz darf auch nicht so einschlagen, dass die ganze Eiche abfackelt. Wenn da jetzt so ein Eichhörnchen vorbei kommt und genüsslich eine der Eicheln isst… dann hilft das ganze perfekte Drumrum nix… Eichhörnchen-Kacka ist dann tatsächlich „shit happens“… also Karma.

Wird die Eichel von einem Vogel irgendwo auf dem Flug verloren und landet auf einem nicht ganz so tollem Untergrund, dann kann sehr wohl eine Eiche aus der Eichel werden, jedoch vielleicht eine eher mickrige… blöd… ABER die Eichel hatte ihre Chance. Die hat sie immer, weil das „Innen-Drin“ vollkommen und perfekt ist.

So… jetzt hat so nen Baum oder ne Eichel ja nicht wirklich die Möglichkeit aktiv zu werden und sich selbstständig einen neuen, superduper Untergrund zu suchen, der alles hat, was man braucht um eine mega tolle Eiche zu werden.

Wir als Mensch haben diese Möglichkeit jedoch schon und DAS ist es, was uns vom Stein, den Pflanzen und den Tieren unterscheidet. Ein Baum kann nicht sein Leben ändern und sich von nicht dienlichen Umständen befreien die verhindern, dass das gesamte bestehende Potenzial tatsächlich gelebt werden kann. Alles andere ist mit dem Baum, dem Samen und dem innewohnenden Potenzial absolut identisch!

Mal noch schnell ins Menschsein übersetzt:

Der Mensch ist nach Gottes Ebenbild geschaffen. Daraus folgt, ich bin göttlich und habe vollkommenes göttliches Potenzial, das ich auch gebrauchen darf. Soll! Das ist seelisches Grundrecht, wie ich immer sage.

Als Mensch habe ich die Möglichkeit mich an diese Vollkommenheit zu erinnern UND DANN DANACH ZU HANDELN! Es ist mir nicht nur möglich, sondern in mir veranlagt DAS AUCH ZU TUN. Sprich… ich darf/kann/sollte in die BEWUSSTE Handlung für mich selbst kommen UND so erschaffe ich mein Karma, das meine zukünftige Reinkarnation beeinflusst und der riesen Knaller ist: SO BESTIMME ICH MEIN LEBEN!

Tataaaaa… das ist Karma. Naja… die Grundlage von Karma…

Denn es gibt noch ein Karma für bestimmte Gruppen, jede Nation, für jeden Kontinent und bestimmt auch noch für was, was mein kleiner beschränkter Verstand jetzt echt nicht auf die Reihe bekommt.

Und da alles miteinander verbunden ist, spielt also auch das Verhalten anderer Menschen und Umstände eine nicht unerhebliche Rolle für mein Leben und somit für mein Karma…

Für heute genug… ist aber immer noch nicht vollständig… aber jetzt sind wir echt mittendrin im Bewusstwerdungsprozess. Und weil alles so in Bewegung ist…  na looos… kommen Sie schon…

… raus aus der Komfortzone – rein in die Freiheit!

 Herzliche Grüße

 Nikola Knecht

Bildquelle: Pixabay

By |2018-10-29T08:20:51+00:00Oktober 21st, 2018|YOGA|0 Comments

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