Welche Rolle spielt der Klient selbst beim Geistigen Heilen?

Immer wieder erlebe ich, dass Klienten zu mir kommen und sich erhoffen, dass ICH sie in das Leben bringe, welches sie sich vorstellen… Und es soll schnell gehen und darf nicht „weh“ tun. Boahhh… Das ist etwas viel verlangt!

Wie Sie wissen, ist gelebte Eigenverantwortung für mich der Zauberschlüssel zum heil und frei sein. Und genau das ist mein Ansatz, wenn ich den Klienten erkläre, warum Sie vermutlich in der Situation sind, die ihnen aktuell nicht gefällt. Meist kommen die Klienten in einem Zustand, bei dem die Schulmedizin nicht mehr helfen kann oder nur sehr geringe Linderung bewirkt. Denn der entscheidende Aspekt bei der Heilung wird bei der Schulmedizin meist leider nicht beachtet…

Es ist an sich ganz einfach: Alle Handlungen und Nichthandlungen (welche ja auch Handlungen sind) in Summe sind das Ergebnis des Zustandes, den ich per jetzt für mich erkenne. Gefällt mir mein aktueller Zustand nicht, egal ob gesundheitlich oder emotional oder sonst etwas, dann erscheint es doch logisch, dass ich mich ab jetzt anders verhalte, anders handle oder nichthandle, als ich es bisher getan habe. Ganz gleich in welchem Lebensbereich oder auf welcher Seins-Ebene. Eine Fortführung des bisherigen bringt keine Veränderung, oder? Blöd ist nur, dass wir nicht wissen, oder wussten, dass die meisten unserer Entscheidungen unbewusst, also fremdkonditioniert getroffen wurden…

Genauso erkläre ich es meinen Klienten. Dazu muss ich nicht einmal Details aus ihrem Leben wissen. Jedoch bekomme ich die meist sofort erzählt. Ich fasse dann das Gesagte in meinen Worten für sie nochmals wiederholend zusammen und plötzlich entsteht Klarheit über ihren eigenen bisherigen Weg. Warum und wieso ihre Handlungen und Nichthandlungen so waren, wie sie nun einmal gewesen sind. Meist ist das ziemlich ernüchternd. Mein Klient selbst entdeckt die Prägungen und Konditionierungen, die letztlich die Entscheidungen für ihn getroffen haben. Gesellschaft, Erziehung, Zeit und Kultur haben das eigene Sein (Unterbewusstsein) entstehen lassen, das dem eigenen Selbst nicht entspricht. Krankheit entsteht nach meinem Verständnis dann, wenn die Schere zwischen dem tatsächlich eigenem Selbst und den übergestülpten fremden Konditionierungen zu weit auseinander gehen…

Dann brüllt die Seele STOOOOP und da sie keine laute Stimme hat und ihre eigentliche Sprache, die Gefühle und die Intuition in der heutigen Zeit besonders leicht nicht mehr wahrgenommen werden, schreit die Seele in Form von Schicksalsschlägen: Krankheit, Unfall, Verlust von was auch immer, Süchte usw. usw. Übrigens schreit auch die Erde… nur so by the way… Oder warum speit sie sonst Feuer, überflutet Landstriche und sterben Tierarten aus…?

Ah.. da fällt mir ein Witz ein… bin keine gute Witze-Erzählerin, aber den bekomme ich hin:

Venus und Erde begegnen sich auf ihrem Weg um die Sonne.

Sagt die Venus zur Erde: jöööööh, wie siehst du denn aus, Erde? So elendig! Was ist denn los mit dir?

Die Erde antwortet traurig: mir geht´ s gar nicht gut. Alles juckt und ich bin so schwach, ich hab Homo Sapiens…

Lacht die Venus und sagt aufmunternd: ah, geh weida – des geht von selbst wieder, heilt und ist schnell vorbei!

Hahahaha – ich find den Witz super! Die Venus spricht leicht wienerisch in meinem Ohr !!!! 🙂

Also zurück zum Thema: wenn Sie sich selbst über sich bewusst werden, über Ihre eigene innere Struktur, die vielleicht gar nicht die eigene ist, das ist für mich eine Bewusstseinserweiterung. Ich führe kein Therapiegespräch – große Güte, das möchte ich gar nicht und bin auch nicht dafür ausgebildet!!! Ich bin lediglich eine Schubserin für meinen Klienten sich die Teile des Lebens einmal anzusehen, vor denen er/sie sich bisher erfolgreich gedrückt hat. Diese Bereitschaft – sich über sich selbst bewusst werden wollen und dann das eigenen Leben in die Hand nehmen – dass ist der Teil, den der Klient ausnahmslos alleine vollziehen muss. Wenn das nicht geschieht, dann heile ich mir die Finger wund und nichts passiert, was auf Dauer anhält.

Bis dahin nenne ich mich in meinem Wirken Bewusstseinsbegleiterin – das ist noch kein Geistiges Heilen. Das ist für mich reine Yogaphilosophie, die sachlich erklärt, warum der Mensch so ist, wie er ist. Very simple und passt echt auf jeden!

Mein Wirken als Geistige Heilerin hilft dann dem Klienten einen Raum in sich zu eröffnen, in dem er seine Selbstheilungskräfte aktiviert. Das passiert, wenn er sich bewusst und manchmal auch gar nicht selbst wahrnehmbar dafür entscheidet, zu entdecken, wer er/sie tatsächlich ist. Also mehr als nur der Körper und das aktuell spürbare Leid. Dann beginnt Veränderung. Auf allen Ebenen des Seins. Altes darf gehen, Platz für das neue, bewusst nun selbst gestaltete Leben, entsteht. Das ist Bewusstseinsveränderung und Heilung kann geschehen.

Aber nicht immer ist der Weg so, wie ich oder der Klient es sich vorstellen. Immer wieder erlebe ich, dass auch durch meine Arbeit eine Blockade so vehement sich in den Veränderungsprozess stellt und nicht weicht, dass auch mein Wirken nichts bewirkt.

Nun stellen wir Menschen gerne sofort die Frage nach der Schuld. Wer hat Schuld, dass das gewünschte Ergebnis nicht eintritt? Habe ich als Heilerin versagt? Nein. Ist der Klient unfähig sich zu heilen? NEIN!

In diesen Fällen stehen ganz klare Lernaufgaben an, welche der Mensch nur ganz alleine, durch bewusstes Erkennen und dann anders Handeln, lösen kann.

Leider erlebe ich immer wieder, erzählt durch meine Klienten oder von anderen Kollegen, dass es Klienten gibt, die sich anhören mussten, dass sie ja gar nicht wirklich heil werden wollen… Ooooaaaachhh…. Da brennt mir die Hutschnur durch!!!!

  1. Bei so einer Aussage wird eine Diagnose gestellt, die niemand, auch nicht der Heiler, welche diese Behauptung aufstellt, belegen kann.
  2. Anstatt den Klienten mit einem besseren, wohligeren, kraftvolleren Gefühl in sich zu unterstützen, lässt er seine Klienten im freien Fall energetisch und emotional in den Keller stürzen. Wie würden Sie sich fühlen, wenn Sie sterbenskrank gesagt bekommen „du willst ja gar nicht wirklich gesund werden“?
  3. Gibt es keinen Menschen, der in solch einem hohen Bewusstsein ist, dass es ihm möglich ist, die unendliche Kette aller Ursachen und Gründe für eine Heilung oder Nichtheilung mit seinem Bewusstsein in dem Sein eines anderen zu erfassen.
  4. Gibt ein „Heiler“ es jedoch vor doch so allwissend und superbewusst zu sein, na dann schreit das für mich nach abartiger spiritueller Arroganz, welche überhaupt nichts mit wirklich echter Spiritualität zu tun hat!!! Da wüsste man nämlich darum, dass das AllEinsSein (höchste Quelle, Gott…) der freie Wille des Klienten und das eigene Tempo zur richtigen Zeit alles für diesen Menschen in der Weise richtet, wie es für ihn vorgesehen ist!
  5. Verstößt er gegen diverse Gesetze! HPG, UWG, HWG

Weiter möchte ich sagen, dass es nicht nur eine Definition von Heilung gibt, die im Allgemeinen mit der Abwesenheit von Krankheit definiert wird.  Heilung kann auch folgendes sein:

  • Ein bisher stark ablehnendes Verhalten oder Ähnliches, neu betrachten und bereichernd in das eigene Leben integrieren (z. B. der Umgang mit einer Behinderung, Krankheit oder Angst vor…)
  • Die Erkenntnisse, die ein Schicksalsschlag hervorgerufen hat, als Bereicherung erkennen und verstehen, dass das ohne den Schicksalsschlag nicht passiert wäre
  • Ein friedliches Gefühl zum Thema Tod entwickeln und erfahren
  • u.v.m.

Die Rolle des Klienten ist beim Geistigen Heilen also eine ganz entscheidende! Es ist für mich das Wichtigste überhaupt! Mein Part ist relativ gering. Wohl hilfreich oder sogar notwendig, aber bei weitem nicht so wichtige, wie der Teil, den mein Klient leistet.

Die Entscheidung wissen zu wollen, wer er wirklich ist OHNE seine Prägungen und Konditionierungen aus Zeit, Kultur, Umfeld, Erziehung usw., ist der Teil, den der Klient leisten muss. Und da muss der Klient manchmal ganz irdische Dinge/Entscheidungen/Handlungen vornehmen, auf die ich als Geistige Heilerin keinen Einfluss habe.

DAS ist übrigens YOGA.

Jetzt verstehen Sie vielleicht, warum Geistiges Heilen für mich Yoga in seiner reinsten Form ist.

Und noch etwas:

Sich dem Urvertrauen, wie immer es auch genannt wird, hingeben (Gott, vollkommenes Bewusstsein, AllEinsSein…)

Dankbarkeit für das was ist.

Vergeben und verzeihen für das was war.

Sich selbst liebevoll annehmen, wie man ist.

Andere annehmen, wie sie sind.

Zweifelsfreie Entscheidung für ein eigenverantwortliches Leben treffen – mit allen Konsequenzen daraus.

Sich für die (göttliche) Liebe und den Frieden entscheiden.

All das aktiviert sofort, wenn es wirklich ehrlich und aufrichtig gemeint ist, die Selbstheilungskräfte – ganz ohne Heiler…

 

Na dann… raus aus der Komfortzone – rein in die Freiheit!

 Herzliche Grüße

 Nikola Knecht

By |2018-10-16T21:02:54+00:00Juli 15th, 2018|GEISTIGES HEILEN|0 Comments

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